Titel: Nanga Parbat
Genre:
Drama
Darsteller: Florian Stetter, Andreas Tobias, Karl Markovics, Volker Bruch
Kinostart:
2010-02-04
Produktionsland: Deutschland
Regie: Joseph Vilsmaier
Filmlänge: 100 min.
Produktionsjahr: 2010
Verleih: Frenetic Films
Inhalt:
Wer kann es noch hören, das Wort «Klimaerwärmung»? Allerorten kommen, vielleicht einer der wenigen positiven Aspekte dieses Phänomens, Dinge, meist Leichen, zum Vorschein, die lange verschollen waren. So auch Günther Messner, der 1970 unter ungeklärten Umständen auf dem Rückweg vom Gipfel verunglückte, während sein inzwischen berühmter Bruder Reinhold mehr oder weniger heil davonkam.
Joseph Vilsmaier konzentriert sich auf diese unselige Expedition, zeigt aber auch kurze Episoden aus Kindheit und Jugend des Brüderpaars, und ganz kurz die Zeit unmittelbar nach der Rückkehr. Dabei vermittelt er ein Bild der zwar konkurrierenden aber sich nicht rivalisierenden Brüder, das wohl die Vorwürfe von vorn herein erledigen soll, Reinhold hätte Günther im Stich gelassen und trage eine Mitschuld an dessen Tod. Diese Vorwürfe wurden auch mehrmals juristisch abgehandelt, allerdings ohne dass es zu einem Schuldspruch kam, was im Film aber mit keinem Wort erwähnt wird, denn der hält sich an Reinholds Version.
Trotzdem ist der Film ein echter Vilsmaier, wenn in den dramatischen Momenten die Musik alles unter- oder übermalt, was die Kamera bereits gezeichnet hat. Und so toll die Bergansichten auch sein mögen, bald schon sind die visuellen Reize abgenutzt, die immer gleichen ausgemergelten Gesichter, die öden Ödeme der in der Eis- und Steinwüste umherirrenden Brüder ermüden den Zuschauer mehr als jene je waren. Sich vorzustellen, wie das ausgeht, wenn einer dort oben nur noch von seinem trockenen Husten begleitet herumtappt, braucht keine Phantasie.
Die wär dagegen nötig gewesen, um die sattsam bekannte Geschichte originell zu präsentieren oder einen Ansatz zu finden, dem nicht vom Bergsteigen angefressenen Normalo die Faszination zu vermitteln, die jemanden dazu treibt, Leib, Leben und Gesundheit zu riskieren, ohne dass der Gesellschaft dadurch irgendein Vorteil erwüchse. Vielleicht ist es ja der inspirierende Klang des Namens «Nanga Parbat», der Abenteuer und Mystik verheißt und wie die legendäre Sphinx schon zu viele das Leben gekostet hat. Stattdessen werden moralinsaure Parallelen zu biblischen Geschichten gezogen, beispielsweise zum Turm von Babel.
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