Titel: Das weisse Band (Das Weisse Band)
Genre:
Drama
Darsteller: Ulrich Tukur, Susanne Lothar, Michael Kranz, Sebastian Hülk, Josef Bierbichler, Burghart Klaußner
Kinostart:
2009-10-22
Produktionsland: Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien
Regie: Michael Haneke
Filmlänge: 144 min.
Produktionsjahr: 2009
Verleih: Filmcoopi Zürich
Offizielle Webseite:
www.dasweisseband.x-verleih.de/
Inhalt:
Was beispielsweise Aki Kaurismäki mit seinem Stummfilm «Juha» und Steven Soderbergh mit seinem Schwarzweißfilm «The Good German» recht war, nämlich sich an alten Filmformen auszuprobieren, kann Michael Haneke nur billig sein. Dass er sich nun ebenfalls in Schwarzweiß mit einer klassisch präsentierten Geschichte einen Blick in die Vergangenheit erlaubt, ist sicher kein Zufall, handelt es sich doch bei allen dreien um Meister im Einsatz der Mittel.
Für «Das weisse Band» wurde Haneke in Cannes mit der goldenen Palme geehrt. Er schrieb auch das Drehbuch, und die handverlesene Schar hervorragender deutschsprachiger Schauspieler ist eine Freude. Das Personal repräsentiert einen kompakten Querschnitt der damaligen Landbevölkerung: Gutsherr, Pfarrer, Arzt, Hebamme, Junglehrer und Bauern mit ihren Familien. Die Kamera blickt mit der bei Haneke üblichen Neugier auf das Geschehen und sorgt für visuelle Abwechslung. Der Chronist, der inzwischen alt gewordene Lehrer, ist manchmal als Kommentator zu hören, Bildsprache und Erzählweise schaffen eine Atmosphäre der Authentizität.
So könnte eine Idylle beschrieben werden - doch nichts läge Haneke ferner. Der wohlgeordnete Kosmos der Dorfgemeinschaft gerät nach und nach aus den Fugen, als Sachen zerstört und Kinder misshandelt werden, ohne dass man in jedem Fall den Grund oder die Schuldigen findet. Gegenseitige Verdächtigungen und die später zu Hilfe gerufenen Kriminalpolizisten verstärken die Spannungen in den Beziehungen der Paare und der Generationen, denn jeder hat bereits genug eigene Probleme.
Dass Haneke mit Jugendlichen umgehen kann, wusste man, hier beweist er eine glückliche Hand beim Führen der vielen Kinder, die einen wesentlichen Anteil an der Handlung tragen. Trotz der vielen überzeugenden Merkmale erreicht Haneke, der Handwerker der Detailgenauigkeit, aber nicht seinen hohen Standard: eine Baronin, die mit ihren drei Kindern fast ohne Gepäck ein halbes Jahr verreist, Formulierungen und Grammatikfehler, die Produkte der heutigen Zeit sind, fallen im sonst sorgfältig gestalteten Umfeld negativ auf und stören manchmal die historische Stimmung.
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